Digitale Bilderrahmen mit Internetzugang

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Da ich Anfang Februar mit meiner Freundin nach Australien aufbrechen und dort etwa ein Jahr lang studieren werde, überlegte ich zusammen mit meiner Schwester, die derzeit als Au-pair durch die USA tourt, wie wir die Zeit der „extremen räumlichen Distanz“ zu unseren Eltern für diese etwas angenehmer würden gestalten können. Nachdem ich bei Golem einen Artikel über „Digitale Bilderrahmen mit E-Mail-Empfang und WLAN“ gelesen hatte, beschlossen wir, zu Weihnachten einen digitalen Bilderrahmen zu schenken und diesen via Internet aus der Ferne mit Bildern zu versorgen.

Heute, zwei Tage nach Weihnachten, nach einer endlosen Anzahl gelesener Artikel, vier getesteten Bilderrahmen und einem unter dem Weihnachtsbaum, ist es an der Zeit, über die während der Suche gesammelten Erfahrungen zu berichten…

Der Nextbase Photo M@il-X

Ich begann meine Suche Anfang November, ausgehend von dem besagten Golem-Artikel. Zunächst bestellte ich bei computeruniverse.net den Photo M@il-X des Herstellers Nextbase. Die sowohl bei Golem als auch bei Nextbase getroffene Aussage, dass auch RSS-Feeds würden dargestellt werden können, ließ mich hoffen, dass meine Schwester und ich eigene RSS-Feeds würden bereitstellen können, die dann auf die Bilder verlinken und den Download auf den Bilderrahmen ermöglichen würden. Zwar ließ sich der Photo M@il-X ohne Probleme mit WLAN (WEP) und Internet verbinden, doch war die erhoffte Funktionalität nirgends aufzufinden (tatsächlich wird nur die regionale Wettervorhersage via RSS geladen). Der einzige Weg via Internet Bilder auf den Rahmen zu bekommen war eine von Nextbase vorgegebene E-Mail-Adresse, an die man die Bilder schicken konnte. Auf dem Bilderrahmen erschien dann der Hinweis auf eine neu eingetroffene E-Mail. Die Bilder und auch die E-Mail selbst, d.h. der Text der E-Mail, ließen sich dann in dem internen Speicher ablegen und in die Diashow aufnehmen.

An diesem Ablauf gefielen mir vor allem zwei Dinge nicht: Erstens der Aufwand, der dem Empfänger der E-Mails jedes Mal entsteht, bis die Bilder tatsächlich (in der Diashow) angezeigt werden, und zweitens die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des Nextbase-E-Mail-Servers, ohne den gar keine Chance besteht, den Rahmen aus dem Internet mit Bildern zu versorgen. Folglich entschied ich mich dazu, den Bilderrahmen zu retournieren. Die Rückabwicklung mit computeruniverse.net ging einwandfrei vonstatten.

Ality Pixxa, T-Mobile, Kodak, PhotoVu und Co.

Ality PixxaNach dieser ersten kleinen Enttäuschung begann die große Recherchephase. Zunächst entdeckte ich  den Ality Pixxa, der bspw. im Neuerdings.com-Blog beschrieben ist. Er sieht super aus, hat eine tolle Auflösung und zahlreiche coole Features. Leider scheint er jedoch nie im Handel erhältlich gewesen zu sein, zumindest habe ich ihn nirgends (mit den im Neuerdings.com-Blog beschriebenen Spezifikationen) finden können. Auch die „Where to Buy?„-Auskunft der Ality Website, auf der lediglich Nordamerika, Europa und Hong Kong als „Verkaufsorte“ markiert sind, hilft alles andere als weiter.

Auf Amazon.de entdeckte ich einen digitalen Bilderrahmen von T-Mobile, der mir aufgrund des Preises in Höhe von etwa € 120,-  recht interessant erschien. Nachdem ich jedoch die Rezensionen las und erfuhr, dass T-Mobile Kosten pro Bildupload via Internet berechnet (€ 0,99 pro vier Bilder), war das Gerät für mich gestorben. Genau so schloß ich die WLAN-Bilderrahmen Kodak EX-1011 und Kodak EasyShare W1020 aufgrund der katastrophalen Kritiken aus.

Während der weiteren Recherche stieß auch auf PhotoVu, einen Anbieter von „Premium WLAN-Bilderrahmen“. Würde ein Bilderrahmen meine Vorstellungen erfüllen, d.h. hätte ich dort tatsächlich die Freiheit, auf von mir einstellbare URL zu verbinden und bspw. nach (von mir aus auch bereits spezifizierten) RSS-Feeds zu suchen, so wäre ich durchaus bereit, etwas mehr dafür auszugeben. Jedoch keine $ 799,-, die PhotoVu verlangt. Für das Geld könnte ich mir fast schon einen iMac an die Wand hängen – der hat auch die gesamte Hardware im Rahmen und lässt mir alle erdenklichen Möglichkeiten…

Der Nextbase @ Gallery 15

Irgendwann entdeckte ich dann den Nextbase @ Gallery 15 im t-online.de Shop. Dort stand ausdrücklich:

Sie möchten Ihre Fotos im Internet verwalten, speichern oder mit Freunden austauschen? Mit @Gallery ein Kinderspiel. Und dazu noch kostenlos: www.picasaweb.google.de. Immer, wenn Sie oder eine andere berechtigte Person, neue Bilder auf den Picasa-Internet-Account hochladen, wird der @Gallery davon informiert und fragt kurz nach ob er diese Bilder in seinen internen Speicher laden soll.

Nextbase @ Gallery 15Ich bestellte den Bilderrahmen. Die im t-online.de Shop angepriesene Funktion fand ich natürlich nicht. Jedoch erinnerte ich mich an einen Nextbase-Service namens „LinkPlay Server Scheduler“, der sich an (kommerzielle) Nutzer von „Werbedisplays“ richtet. Über ein von Nextbase angebotenes Webinterface sollen sich die auf dem Bilderrahmen erscheinenden Bilder (bzw. Werbeanzeigen) komfortabel verwalten lassen. Diese Funktion hatte ich bereits für den Photo M@il-X erfolglos getestet. Der Support von Nextbase ließ sich weder telefonisch noch per E-Mail erreichen.

LinkPlay Server Scheduler Nun ja, in Verbindung mit dem @ Gallery 15 läuft der „LinkPlay Server Scheduler“ einwandfrei. Mit ihm lassen sich Bildersammlungen (per Upload oder Verlinkung) zusammen stellen. Für die Bildersammlungen lassen sich wiederrum Zeiträume angeben, in denen die Bilder als Diashow angezeigt werden sollen (was allerdings nur dann klappt, wenn im internen Speicher des Bilderrahmens keine weiteren Bilder abgelegt sind). Sobald die WLAN- bzw. Internetverbindung einmal auf dem @ Gallery 15 eingerichtet ist, muss lediglich noch sichergestellt werden, dass der Bilderrahmen hin und wieder eine Verbindung ins Netz hat, damit er sich synchronisieren kann.

Trotz dieser Fähigkeiten des @ Gallery 15 war ich nicht vollends zufrieden. Die Versorgung des Nextbase Bilderrahmens mit frischem Bildmaterial ist abhängig vom „LinkPlay Server Scheduler“ (und dem Nextbase E-Mail-Postfach, das, wie auch beim Photo M@il-X, vorhanden ist); eigene RSS- bzw. allgemein Bilder-Quellen können nicht eingerichtet werden. Darüber hinaus ist Nextbase für mich prinzipiell nicht zu erreichen gewesen. Als dann auch die Firmenwebsite – nicht aber der „LinkPlay Server Scheduler“ – einige Tage offline war, stand für mich fest, dass ich noch nicht am Ende meiner Suche angelangt war.

Der eStarling WiFi Digital Photo Frame

Beim englischen Versandhändler Firebox.com wurde ich auf den WiFi Digital Photo Frame (8″ Frame) des Herstellers eStarling aufmerksam. Ich bestellte das u.a. im Gizmodo Gadget Blog angepriesene Gerät, welches Dank TNT schon nach wenigen Tagen bei mir eintraf. Für die Einrichtung des Bilderrahmens war eine Software zu installieren, die lediglich die WLAN-Einstellungen abfragte und via USB-Kabel in eine Konfigurationsdatei auf dem Bilderrahmen schrieb. Jedes Mal, wenn ich versuchte die WLAN-Einstellungen zu übertragen, trat ein Fehler auf. Da es mir auch nach knapp zwei Stunden nicht gelang eine WLAN-Verbindung herzustellen, entschied ich mich dazu, den Bilderrahmen zurück zu senden. Ähnlich dem Nextbase @ Gallery 15 hätte der eStarling WiFi Digital Photo Frame auch nicht direkt „frei konfigurierbare“ Bilder-Quellen abgefragt, sondern hätte stets auf einen festgelegten SeeFrame-Account zugegriffen, der die verschiedenen RSS-Feeds bzw. Bilder-Quellen, wie bspw. Flickr, Picasa und PhotoBucket, zusammenfasst. Zumindest geht es so aus den eStarling Customer Care Beiträgen hervor. Die teilweise sehr negativ ausfallenden Rezensionen auf Amazon.com zu dem von mir getesten eStarling Bilderrahmen habe ich leider erst im Nachhinein gelesen.

Der Digital Spectrum Solutions Wi-Fi Digital Photo Frame

Ebenfalls bei Firebox.com bestellte ich den Wi-Fi Digital Photo Frame der Marke Digital Spectrum Solutions. Zwar gelang es mir mit dem Bilderrahmen eine WLAN-Verbindung herzustellen, doch war eine Internetverbindung (zumindest auf Anhieb) nicht möglich. Da der Bilderrahmen zudem klobig aussah und  das Display (auf der Innenseite!) verdreckt war, war für mich klar, dass ich mir weiteres Herumprobieren mit der Internetverbindung würde schenken können. Somit ging auch der Digital Spectrum Solutions Wi-Fi Digital Photo Frame Retoure.

Fazit

Nun lag da noch der Nextbase @ Gallery 15, der seine wesentliche Aufgabe zwar erfüllt, der mich aber nicht ganz überzeugt hat. Da die wenigen Alternativen jedoch keineswegs besser waren, beschloss ich, dass es der Nextbase @ Gallery 15 sein sollte. Und so hoffe ich, dass der „LinkPlay Server Scheduler“ zumindest noch bis zu unserer für Ende 2009 geplanten Rückkehr zuverlässig seine Arbeit verrichtet.

Was jedoch die Qualität der digitalen Bilderrahmen betrifft, so sehe ich dort durchaus noch Verbesserungspotenziale. Ich bin gespannt, welche neuen Produkte mit welchen Features in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren online angepriesen werden.

Cyberport - iPod, Home-Entertainment und Co!

Bilderrahmen mit Wetterstation (Nachtrag, 11. Mai 2011)

Inzwischen bin ich bei Cyberport auf einen digitaler Bilderrahmen mit Wetterstation gestoßen. Da sich meine Anforderungen inzwischen dahingehend geändert haben, dass ich die WLAN-Funktionalität kaum noch benötige, steht der Bilderrahmen aktuell in meiner engeren Auswahl für die Eigennutzung. Sobald ich neue Erfahrungen habe, werde ich an dieser Stelle berichten!

Digitale Bilderrahmen mit Internetzugang
4 (80%) 4 votes
  • Jürgen

    Hallo,

    der digitale Bilderrahmen ist eine Freude. War ‘ne gute Entscheidung. Was es nicht alles so gibt! Doch welchen Aufwand hast du/habt ihr getätigt, ein für uns leicht zu handhabendes und funktionstüchtiges Gerät zu finden? Aber wir danken es euch herzlich. Hauptsache ist jetzt, dass ihr dieses Teil auch ordentlich mit Fotos bestückt und dass das Gerät seine Funktion auch lange beibehält (mindestens die Zeit über, die ihr alle im Ausland verweilt).

    Kritik bezüglich deines neuen Blogs: Du glaubst doch nicht, dass man als “etwas” älterer Mensch die Rahmen für diesen Kommentar gut sehen kann. Gibt es für diese Umrandungen keine wenigstens etwas deutlicheren/kräftigeren Farben, damit man erkennen kann, wohin man was schreiben soll?

    Liebe Grüße
    Papa

  • Enni

    Wow, so viel Aufwand! Ich hab mein Glück ja auch selbst in den Staaten versucht, allerdings in kleinerer Form und Batterie betrieben, damit es mit der Stromversorgung keine Schwierigkeiten gibt, aber das war ja nun auch ein Schuss daneben.

    Und Papa… Haste Deine Brille verlegt? ;-) Das erkennt man doch gut. Da steht FETT “Kommentar abgeben” drüber. :-)

    LG

  • Matthias

    Danke für diesen Bericht.
    Ich bin im Moment, 9 Monate später, ebenfalls auf der Suche nach einem einfach zubedienenden Rahmen mit Internetfunktionalität und es ist immer noch nicht leichter geworden, neue Produkte gibt es kaum :-(
    Aufgrund der sich etwas bessernden Berichte über den Kodak W1020 werde ich es einmal mit diesem Versuchen. Die Zugriffsmöglichkeit auf flickr ist neben der RSS-Fähigkeit dabei das entscheidende Argument. Ich bin gespannt.

    Schönen Gruß
    Matthias

  • Nicolas

    Hey, super Artikel ich bin begeistert! Seit Erscheinen der ersten Bilderrahmen wäre für mich ein solches Produkt nur eine Option, wenn es die von dir ebenfalls geforderten Funktionen mitbringen würde.

    Seither verfolge ich die Entwicklung sporadisch und war vorhin überrascht, generelle WLAN-Funktionalität inzwischen vorzufinden. Dein Artikel ist ein prima Marktüberblick und damit eine enorme Zeitersparnis für mich!
    Mein persönliches Fazit: die “interkommunikativen” Bilderrahmen sind dem Fötus-Stadium noch nicht entwachsen (==extreme Mutter(Server-)bindung) ;-)

    Viele Grüße aus Southern Germany,
    Nicolas

  • Ingo Gimber

    Hallo, könnte man nicht den Chumby als Digitalen Bilderrahmen verwenden (missbrauchen). Der kann doch auf RSS-Feeds, picasa, etc. automatisch zugreifen. Gibt es Erfahrungen dazu?

    Liebe Grüße
    Ingo